Warum wurde Nuh vor den Kindern Israels erwähnt? – Eine Analyse des Korans (Sure al-Isra) | Sh. ‘Abdis-Salam al-Majidi

Scheich ‘Abdis-Salam al-Majidi:  O Allah, gewähre uns das Lernen und Lehren, das Verstehen und das Wissen. Lass uns Nutzen aus dem ziehen, was Du uns gelehrt hast, und lehre uns, was uns nützlich ist. Vermehre unser Wissen und mache uns zu Führern der Rechtschaffenen. Lass uns zu den Menschen des Korans gehören, die Du auserwählt hast, o Du der Barmherzigsten, gewähre uns aus Deiner Gnade und Deinem Erbarmen. Segne uns stets mit Deiner Barmherzigkeit, wie Du es den Gläubigen tust.

In der Sure al-Isrāʾ (Nr. 17) sprechen die Menschen über die beiden Male, bei denen die Kinder Isrāʾīls Unheil stiften werden oder bereits stifteten. Denn einige Gelehrte sagen, dass sie bereits vergangen sind. Andere Gelehrte sagen, dass eines davon stattgefunden hat und das andere nicht.[1] Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ segnen. Einige sehen jedoch, dass keines der beiden Ereignisse eingetreten ist. Möge Allah seinen Gesandten Allahs segnen.

Ich möchte nicht über die beiden Ereignisse des Unheils sprechen. Zu Beginn der Sure sollte man ein großartiges Wunder beachten, das darauf hinweist, dass der Islam und der Koran wahr sind. Wie ist das möglich? Beachte: Wen erwähnte Allah als Erstes in der Sure? Muḥammad ﷺ, als Er sagte:

„Preis sei Dem, Der Seinen Diener bei Nacht reisen ließ…“ (17:1)

Und das Wort „Seinen Diener“ ist eine sehr starke Betonung, um die Stellung des Propheten ﷺ aufzuzeigen, da ihm eine ehrenhafte Stellung verliehen wurde, in der der Mensch vor seinem Herrn steht und dies ist die Dienstbarkeit und Anbetung (ʿubūdīya).

„Preis sei Dem, Der Seinen Diener bei Nacht reisen ließ – vom geschützten Gebetsplatz zum fernsten Gebetsplatz, dessen Umgebung Wir gesegnet haben…“ – damit was? „…damit Wir ihm (etwas) von Unseren Zeichen zeigen…“ (17:1)

Das ist deshalb erstaunlich, weil Er ihm ja große Zeichen mittels der Nacht- und Himmelsreise gab, aber trotzdem zeigt uns Allah durch diese Koranverse ein weiteres großes Zeichen, was wir gleich erläutern werden. Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ segnen. Allah erwähnte also den Propheten ﷺ und zeigte auf, dass die Sache Palästinas und der al-Aqsa-Moschee eine theologische Angelegenheit, die in uns so tief verwurzelt ist, so wie es auch bei unserer Überzeugung hinsichtlich des Korans der Fall ist. Das ist keine Sache, mit der gespielt wird und keine Angelegenheit der Palästinenser oder nur eine humanitäre Sache. Vielmehr ist sie eine theologische Sache, über die wir mit unseren Herzen überzeugt sind. Jemand, der „Ach lasst uns mit der Sache Palästinas und den Palästinensern in Ruhe“ sagt, ist ein unwissender Mensch und unwissend darüber, dass er unwissend ist. Dann klärt man ihn auf. Oder er trägt keinen īmān in sich und will nicht davon überzeugt sein, womit der Prophet ﷺ kam. Gut, also zunächst erwähnte Allah Seinen Propheten Muḥammad ﷺ und danach?

Er sagte: „Und Wir gaben Mūsā die Schrift und machten sie zu einer Rechtleitung für die Kinder Isrāʾīls: ‚Nehmt euch außer Mir keinen Sachwalter.‘“ (17:2)

Der Teil „Nehmt euch außer Mir keinen Sachwalter“ kann unterschiedlich ausgelegt werden. Er wähnte den Propheten ﷺ und sodann Mūsā. Er sagte: „Nimmt euch außer Mir keinen Sachwalter“, also im Sinne von: „Ich habe euch dieses Buch gegeben, also o ihr Muslime, so wie ich den Kindern Isrāʾīls die Schrift gegeben habe, so nimmt auch ihr euch außer Mir keinen Sachwalter.“ Die Ansprache „Nimmt euch außer Mir keinen Sachwalter“ ist von zweierlei Art. Zunächst könnten die Kinder Isrāʾīls gemeint sein.

Der zweite Punkt ist, dass Er die Ansprache wechselte (iltifāt) und sich an die Muslime sagend wandte: „O Muslime, lasst euch nicht von Illusionen täuschen, lasst euch nicht von den Kindern Isrāʾīls täuschen. Das Geld soll euch nicht zu Kopf steigen und auch sollen euch nicht die Verlockungen des Wohlstands und der wirtschaftliche Aufstieg täuschen. Lasst euch nicht von den Versuchungen der Begierden und des Genusses täuschen. Nehmt nicht jemand anderen als Mich als Sachwalter.“

Wir nehmen uns Allah dann nicht als Sachwalter, wenn wir so etwas sagen wie „Nein, wir sollten uns den kriminellen Aggressoren ergeben, die derzeit die Umgebung von Jerusalem beherrschen. Dies sind Tage der Zionisten.“ Dies steht im Widerspruch dazu, Allah als Sachwalter zu wählen, denn der Mensch unterwirft sich dadurch der Vertretung anderer Menschen und ließ von der Vertretung des Herrn der Menschen ab. Doch Allah sagte: „…Nehmt euch außer Mir keinen Sachwalter…“ (17:2)

Die Ansprache muss entweder an die Kinder Isrāʾīls gerichtet sein, damit sie richtig handeln, aber sie handelten nicht richtig und verursachten zweifache Korruption Oder die Ansprache muss an uns gerichtet sein, damit wir keinen anderen außer Ihn als Sachwalter nehmen. Es ist jetzt klar, worum es hier bei der Erwähnung von Mūsā geht. Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ segnen. Kommen wir nun zum gewaltigeren Wunder: Nachdem Er Mūsā erwähnte, erwähnte Er wen? Nūḥ ! („Ihr Nachkommen derer, die wir mit Nūḥ mittragen ließen! Gewiss, Er war ein äußerst dankbarer Diener“, 17:3)

Nun sollte jedem, der über den Koran reflektiert und nachsinnt, sich folgende Frage aufdrängen: Was hat es hier mit Nūḥ auf sich? Allah erwähnte Mūsā, dann Nūḥ und sagte dann:

„Und Wir haben für die Kinder Isrāʾīls im Buch entschieden: ‚Ihr werdet ganz gewiss zweimal auf der Erde Unheil stiften.‘“ (17:4) Danach erwähnte Er diese zwei Arten des Unheils.

Wieso wurde Nūḥ dazwischen erwähnt? Wo ist da der Zusammenhang? Und wieso erwähnte er ihn nach Mūsā? Der historischen Reihenfolge nach müsste Er doch Nūḥ zuerst und dann Mūsā erwähnen, wie z.B. in Sure al-Nisāʾ (Nr. 4):

„Gewiss, Wir haben dir – o Muḥammad ﷺ – (Offenbarung) eingegeben, wie Wir Nūḥ (und anderen Propheten) Offenbarung eingaben…“ (4:163)

Jedoch erwähnte er in Sure al-Isrāʾ Mūsā zuerst und danach Nūḥ. Warum? Damit Er uns zeigt, dass die Grundlage all dieser Verbrechen, die von den Kindern Isrāʾīls begangen werden, ihre Verfälschung des Islams ist, seit er von Ādam gebracht wurde und dann von Nūḥ. Mit welcher Religion und Weltanschauung kam Nūḥ ? Dem Islam. Schließlich sagte Allah :

„Doch wenn ihr euch abkehrt, so habe ich von euch keinen Lohn verlangt. Mein Lohn obliegt nur Allah. Und mir ist befohlen worden, einer der Allah Ergebenen (Muslime) zu sein.“ (10:72)

Die Religion Nūḥ ist also der Islam. Dies gilt auch für Ibrāhīm . Allah sagte zu ihm: „Werde Muslim!“ So sagte er: „Ich habe mich dem Herrn der Weltenbewohner ergeben.“ (2:131)

Auch die Religion der Kinder von Ibrāhīm, sei es Ismāʿīl, Isḥāq, sein Sohn Yaʿqūb, also Isrāʾīl, ist der Islam; Er sagte:

„Oder wart ihr etwa Zeugen, als der Tod bei Yaʿqūb – also Isrāʾīl – zugegen wurde, als er zu seinen Söhnen sagte: ‚Wem werdet ihr nach mir dienen?‘ Sie sagten: ‚Wir werden weiterhin deinem Gott und dem Gott deiner Väter Ibrāhīm, Ismāʿīl und Isḥāq dienen, einem einzigen Gott, und wir sind Ihm gegenüber ergeben (Muslime).‘“ (2:133)

Möge Allah Seinen Propheten segnen!

Was hat Nūḥ damit zu tun, wenn er hier erwähnt wird? Die Kinder Isrāʾīls erfanden etwas, was im Widerspruch zum Islam steht. Es ist die Idee des auserwählten Volkes Gottes. Sie liegt dem Gedanken zugrunde, dass sie die Kinder Gottes und seine Geliebten sind. Sie kamen zu den Christen und erklärten ihre Vorzüge, um sie stark zu erniedrigen, und sie sagten zu ihnen: „Schaut her, nichts kann euch wohlgefällig sein, es sei denn, ihr segnet Israel.“ Deshalb ist es natürlich, dass man den neuen gewählten Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses sieht, wie er nicht über Politik spricht, nicht über die Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika spricht, nicht über die Werte der Gerechtigkeit spricht, nicht über die Werte der Menschenrechte spricht, nicht über die angebliche internationale Legitimität spricht, nicht über das Völkerrecht. Vielmehr spricht er aus theologischer Sicht als Christ. Er sagt: „Als Christ muss ich mich mit Israel solidarisieren, selbst wenn es ungerecht oder sogar aggressiv ist.“ Woher stammt dieser ungerechte Glaube? Woher kommt die Idee, sich mit dem Ungerechten zu verbünden, egal wer es ist? Woher kommt die Idee, sich sogar mit den Kindern Isrāʾīls zu solidarisieren, auch wenn sie ungerecht sind, auch wenn sie Kinder töten, wie sie es jetzt tun, mehr als 4.000 Kinder, abgesehen von den 11.000 Getöteten? 4.000 Kinder werden vor den Augen der Welt getötet, zum ersten Mal in dieser Form live übertragen, und sie stoppen nicht, sie hören nicht auf. Woher kommt dieser ungerechte Glaube? Weil die Abtrünnigen von den Kindern Isrāʾīls die Tora verfälscht haben. Hier sehen wir, wie Allah beide Angelegenheiten zusammenführt.

Allah sagte: „Und Wir gaben Mūsā die Schrift und machten sie zu einer Rechtleitung für die Kinder Isrāʾīls…“ – nicht damit sie die Schrift verfälschen und nach ihrem Belieben ändern.

Und was darauf hindeutet, dass sie sie verfälschten, ist, dass das Erste, was sie verändert haben, die Angelegenheit mit Nūḥ war. Ich habe euch die Geschichte bereits mal erzählt, und ich wiederhole sie euch aufgrund ihrer wichtigen Bedeutung. Möge Allah Seinen Gesandten segnen ﷺ.


„Zusammen mit Noach waren seine Söhne Sem, Ham und Jafet aus der Arche gegangen. Ham war der Vater Kanaans. Die Nachkommen der drei Söhne Noachs haben sich dann über die ganze Erde ausgebreitet. Noach trieb Ackerbau. Er war der Erste, der einen Weinberg anlegte. Als er von dem Wein trank, wurde er betrunken, und in seinem Rausch lag er entblößt in seinem Zelt. Ham, der Vater Kanaans, sah es und ließ seinen Vater nackt daliegen, er ging sogar zu seinen Brüdern und erzählte es ihnen. Da nahmen Sem und Jafet eine Decke, legten sie über ihre Schultern, gingen rückwärts ins Zelt und deckten ihren Vater damit zu. Sie hielten dabei das Gesicht von ihm abgewandt, um ihn nicht nackt zu sehen. Als Noach aus seinem Rausch erwachte und erfuhr, was sein Sohn Ham ihm angetan hatte, sagte er:

‚Fluch über Kanaan!
Er wird seinen Brüdern dienen
als der letzte ihrer Knechte.
Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems!
Er mache Kanaan zu Sems Knecht!
Gott schaffe Jafets Leuten weiten Wohnraum,
bis mitten unter die Leute Sems.
Er mache Kanaan zu Jafets Knecht!‘

Nach der großen Flut lebte Noach noch 350 Jahre; er starb im Alter von 950 Jahren.“ (Gen 9,18–28).


Sie erwähnen, dass Nūḥ – nachdem Allah ihn vor der Sintflut rettete – als Ackermann arbeitete. Diese (erlogene) Geschichte ist in Genesis, einem Teil der Tora, zu finden. Danach trank er einen Wein und wurde betrunken. Das gehört zu den größten Lügen gegenüber den Propheten und sie erdichteten ja viele Lügen über sie, so wie Allah sagte:

„O die ihr glaubt, seid nicht wie diejenigen, die Mūsā verleumdeten…“ (33:69)

Sie schadeten sogar Mūsā, obwohl er zu ihren größten Propheten gehört. Allah sagte sogar über sie:

„…So sei (du Mūsā) nicht betrübt über das Volk der Frevler!“ (5:26)

Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ segnen! Sie behaupteten also, dass Nūḥ betrunken wurde. Wo steht das? Im Buch Genesis. Dies ist jenes Buch, das die Juden stehend im Gebet nutzen und erwähnen, dass er so betrunken wurde, dass ein Teil seines Körpers entblößte. Wie ihr wisst, prahlen sie in ihren schlechten Kulturen damit, dass sie in den stockdunklen Nächten Alkohol trinken und dann betrunken auf den Straßen herumtaumeln, wobei einige von ihnen sogar im Badezimmer fallen. Sie prahlen damit, dass sie das tun. So etwas tuen nicht einmal die Tiere. Sie prahlen damit, dass sie das tun, und sie gehen sogar so weit zu sagen, dass der Alkohol bei ihnen erlaubt ist. Was haben sie getan? Sie haben ihre Religion verfälscht und begonnen zu behaupten, dass der erste, der betrunken war, Nūḥ war. Auf diese Weise verherrlichen sie den Alkoholrausch. Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ segnen.

Lasst mich bei der Gelegenheit euch noch einen Hadith (des Propheten ﷺ) erwähnen, wie die Kinder Isrāʾīls das Buche Allahs verwarfen. Zunächst Allah erwähnte dies in Sure al-Baqara (Nr. 2):

„Ist es nicht so, dass immer wieder, wenn sie einen Vertrag abschließen, eine Gruppe von ihnen ihn verletzt?! Nein, sondern die meisten von ihnen glauben nicht. Und als zu ihnen ein Gesandter von Allah kam, bestätigend dessen, was bei ihnen ist, warf eine Gruppe von denjenigen, denen die Schrift zuteil wurde, Allahs Schrift hinter ihren Rücken, als wüssten sie nichts.“ (2:100–101)

Wie genau haben sie das angestellt? Unser Prophet ﷺ verdeutlichte uns, dass sie (die Kinder Isrāʾīls) ein Buch verfassten, das voll von ihren eigenen Begierden ist. Darin enthalten sind solche leeren Aussagen, wie wenn wir sie fragen, warum sie Alkohol trinken, dann antworten sie: „Nūḥ hat auch getrunken, er war betrunken und sein Körper entblößte sich.“ Sie haben dieses Buch verfasst und das Buch Allahs ignoriert. Sodann kamen sie zu ihrem größten Gelehrten und fragten ihn, ob er an dieses Buch glauben würde. Als er erkannte, dass er geprüft werden würde, hielt er nicht die standhafte Position für die Wahrheit. Darum nahm er ein Stück vom Buche Allahs, legte dieses in ein Horn (Behälter) zwischen seine Schulter und seine Brust. Er kam zum vereinbarten Treffen und jemand fragte ihn: „Glaubst du an dieses Buch?“ Gemeint ist das Buch, das sie verfälscht und geändert haben. Er antwortete:

آمنت بهذا، وما لي لا أؤمن بهذا؟

„Ich glaube an dieses Buch“, und er deutete auf seine Brust. „Ich glaube an dieses Buch, und warum sollte ich nicht an dieses Buch glauben?“[2] Die Kinder Isrāʾīls dachten, dass dies ihre Erlösung sei. Für sie ist die Veränderung etwas ganz Normales.

Ich erzählte euch mal, dass ich einen Rabbi in Washington traf und ihn fragte: „Warum betet ihr nicht so, wie es in eurem Heiligen Buch steht? Warum verbeugt und werft ihr euch nicht nieder?“ Er antwortete: „Das war vor 2.000 Jahren der Fall, aber unsere Gelehrten sahen danach keinen Grund mehr für Verbeugung und Niederwerfung. Das ist die Erfindung der Religion, eine Erfindung von ihnen selbst, genau wie Allah sagte:

„…Dann haben sie ihr (der Schrift) jedoch den Rücken gekehrt und sie gegen Minderwertiges eingetauscht.“ (3:187)

Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ segnen. Zu ihren Verfälschungen gehört also ihre Behauptung, dass Nūḥ betrunken war und ein Teil seines Körpers entblößte. Bis jetzt wissen wir nicht den Zusammenhang zwischen den Kindern Isrāʾīls und Nūḥ. Achtet jetzt auf den restlichen Teil der Geschichte. Was steht im Buch Genesis? Er war betrunken und lag entblößt in seinem Rausch. Er bemerkte also seine Umgebung nicht. Da kam sein Sohn Ḥām, der Vater von Kanaan, zu ihm. Die Kanaaniter sind die Bewohner Palästinas und der Levante (Schām). Als sein Sohn zu ihm kam, fand er seinen Vater in diesem Zustand vor und lachte ihn aus. Die anderen beiden Söhne, Yāfaṯ und Sām, hörten dies. So nahmen sie eine Decke, deckten Nūḥ zu, während sie ihre Rücken zu ihm kehrten, damit er sie nicht erkennen würde. Nachdem Nūḥ seinen Rausch ausschlief, wachte er auf und wusste, dass sein junger Sohn (Ḥām) ihn ausgelacht hatte und Sām und Yāfaṯ ihn zugedeckt hatten. Natürlich ist diese Geschichte erstunken und erlogen. Die Kinder Isrāʾīls erfanden diese Geschichte und beharren, dass sie wahr ist. Nur damit sie rechtfertigen können, dass sie Kinder und Frauen töten dürfen, Länder zu erobern und Vermögen zu klauen. Denn sie sagten: „…Was die Nichtjuden anbetrifft, da begehen wir keine Verfehlung. (Und sie sprechen damit wissentlich eine Lüge gegen Allah aus.“) (3:75)

Sie sagen, dass sie mit den Gois, das sind die Nichtjuden, alles anstellen dürfen, was ihnen beliebt. So sagte Allah über die Kinder Isrāʾīls, dass sie sagten: „…Was die Nichtjuden anbetrifft, da begehen wir keine Verfehlung…“ (3:75)

Unsere Worte gelten auch den einfachen Leuten der Kinder Isrāʾīls, denn sie wissen das nicht.

„Und unter ihnen sind Analphabeten (Mujāhid: „Gemeint sind Juden.“), welche die Schrift nicht kennen, nur Wunschträume (haben sie). Und gewiss spekulieren sie ja nur.“ (2:78)

Wir sagen zu ihnen: „Wacht auf!“ Eure Rabbiner, haben eure Schrift verfälscht und euch damit instrumentalisiert, dass ihr das auserwählte Volk Gottes seid. Wie könnt ihr denn das auserwählte Volk Gottes sein, während ihr diese unvergleichliche Verderbnis in der Welt verbreitet und Kinder vor aller Augen tötet?

Als Nūḥ aufwachte und die Situation sah – wir wissen bei uns im Islam aus dem Koran, dass Nūḥ, wie Allah sagte, ein (äußerst dankbarer) Diener war (17:3). Achtet darauf, wie Allah Seinen Propheten Muḥammad ﷺ in der Sure Isrāʾ nicht anders als mit der Dienstbarkeit (ʿubūdīya) beschreibt:

„Preis sei Dem, Der Seinen Diener bei Nacht reisen ließ…“ (17:1)

O Allah, lass uns unter denen sein, die Deinen Lobpreis vollkommen vollziehen und Deine Anbetung auf beste Weise vollführen. Nūḥ wurde als ein sehr dankbarer Diener beschrieben, nicht als ein betrunkener Diener! Schau, wie wir die Propheten ehren, und wie sie sie entehren – alles nur damit sie ihre Begierden ausleben können.

Nūḥ , der 950 Jahre lang geduldig mit seinem Volk war, während er sie Tag und Nacht, heimlich und offen zum Glauben aufrief (29:14). Aber bei ihnen sehen sie Nūḥ wie folgt: Lediglich, dass er wusste, dass einer von seinen Söhnen ihn auslachte, verfluchte er seine gesamte Nachkommenschaft. Was sagte Nūḥ laut der Erzählung des Buches Genesis? Er sagte: „Fluch über Kanaan! Er wird seinen Brüdern dienen als der letzte ihrer Knechte.“

Das ist eines der eigenartigsten Dinge. Was hat Kanaan damit zu tun? Es existierte damals nicht. Der arme Sohn hat doch gar nicht seinen Vater ausgelacht, warum wird er verflucht? Warum verflucht Nūḥ Kanaan? Damit sie (die Kinder Isrāʾīls) sagen können: „Diese Kanaaniter, von denen wir Palästina, Levante (Schām), den Irak und die Arabische Halbinsel übernommen haben, verdienen das, weil sie auf Nūḥs Zunge verflucht wurden.“

Jetzt weißt du, wie gewaltig der Koran ist, und warum Allah genau an dieser Stelle in Sure al-Isrāʾ Nūḥ erwähnte. Dann preist du Allah sagend: „Es gibt keinen Gott außer Allah!“ So wie der Prophet ﷺ sagte: „…O Allah, Du bist die Wahrheit (al-ḥaqq), Dein Versprechen und die Begegnung mit Dir sind wahr…“[3]

Allah sagte in Sure al-Hadsch: „Dies, weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie anstatt Seiner anrufen, das Falsche ist (und weil Allah der Erhabene, der Große ist.“) (22:62)

Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ segnen.

Laut ihren Verfälschungen soll Nūḥ also Kanaan verflucht haben. Wenn der Mensch im Islam einen Fehler begeht, wer wird dann zur Rechenschaft gezogen? Die Person, die den Fehler beging oder ihr Sohn? Der den Fehler beging! Allah sagte:

„Wurde ihm etwa nicht mitgeteilt über das, was in den Schriften von Mūsā ist, sowie von Ibrāhīm, der (das ihm Gebotene) einhielt?!“ (53:36–37)

Warum erwähnt Allah hier die Schriften von Mūsā und Ibrāhīm? Weil es sich um diejenigen beiden Propheten handelt, denen sie all die Lügen und Verfälschungen zuschreiben!

„Wurde ihm etwa nicht mitgeteilt über das, was in den Schriften von Mūsā ist, sowie von Ibrāhīm, der (das ihm Gebotene) einhielt?! (Nämlich) Dass keine lasttragende (Seele) die Last einer anderen auf sich nehmen wird und dass es für den Menschen nichts anderes geben wird als das, worum er sich (selbst) bemüht…“ (53:36–41)

Die zweite Frage: Wieso soll Nūḥ wütend geworden sein? Er war doch jener, der betrunken war laut dieser von ihnen erfundenen Geschichte. Und was war das Fehlverhalten seines Sohnes, damit er verflucht wird? Nūḥ übte sich in Geduld hinsichtlich ihres Unglaubens, warum soll er wegen einer solchen Kleinigkeit wütend werden? Bei ihnen ist doch das Berauschende erlaubt, warum also diese Wut? All dies damit, um die wahren Glaubensüberzeugungen der Kinder Isrāʾīls zu verfälschen, und sich gegenseitig einreden, sie dürfen alles machen.

Das ist also eines der gewaltigen Zeichen, die uns Allah zeigte, als Er sagte: „damit Wir ihm (etwas) von Unseren Zeichen zeigen…“ (17:1) Nämlich die Verfälschungen der Kinder Isrāʾīls!

Es ist nicht verwunderlich, wenn irregegangene Leute der Christen wie Lindsey Graham, einer der führenden republikanischen Senatoren, Donald Trump oder wie der neue Sprecher des US-Repräsentantenhauses oder wie Joe Biden nun reden wollen, aber die Geschichte nicht verstehen. Für sie besteht die Geschichte nur darin, dass die Kinder Isrāʾīls zu ihnen kamen und ihnen sagten, dass sie ihre verstehen müssen, um Segen zu erhalten, und dass sie Israels Feinde verfluchen müssten, selbst wenn Israel ungerecht ist! Wie aber kann das sein? Das Leben kann nicht auf Ungerechtigkeit basieren, und Allah entstellt die Kinder Isrāʾīls und klärt auf.

Lasst mich noch eine weitere bemerkenswerte Sache im Koran erwähnen. Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ segnen. In Sure al-Māʾida (Nr. 5) beschrieb Allah die Geschichte der Kinder Isrāʾīls, als sie das Heilige Land betraten:

„O mein Volk, tretet in das geheiligte Land ein, das Allah für euch bestimmt hat…“ (5:21)

Einige Leute verstehen die Worte „das Allah für euch bestimmt hat“ nicht richtig. Sie denken, dass die Kinder Isrāʾīls diese Bestimmung aufgrund ihrer Rasse und Abstammung erhielten. Das stimmt nicht! Vielmehr war es aufgrund ihrer Gottesergebenheit (Islam). Das Land wurde auch der Umma Muḥammads ﷺ gegeben aufgrund ihres Islams und nicht aufgrund ihrer Nationalität. Hinsichtlich der Rasse sagte Allah, dass Mūsā sagte: „…Darum (unter)scheide uns von dem Volk der Frevler.“ (5:25)

Nachdem Allah die Geschichte der Kinder Isrāʾīls erwähnte, erwähnte er die Geschichte der beiden Söhne Ādams:

„Und verlies ihnen die Kunde von den beiden Söhnen Ādams, der Wahrheit entsprechend, als sie ein Opfer darbrachten. Da wurde es von dem einen von ihnen angenommen, während es vom anderen nicht angenommen wurde. Der sagte: ‚Ich werde dich ganz gewiss töten.‘ Der andere sagte: ‚Allah nimmt nur von denen an, die taqwā[4] gemäß handeln.‘“ (5:27)

Allah erzählte uns diese Geschichte im Koran. Sodann wechselt Er die Szene bzw. die Erzählung von den Söhnen Ādams zu den Kindern Isrāʾīls, Er sagte:

„Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Isrāʾīls vorgeschrieben: Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (dass es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte…“ (5:32)

Warum? Es wäre doch naheliegend gewesen, dass nachdem Er die Geschichte der Söhne Ādams erwähnte, Er hier die Anrede fortsetzt und diese Vorschrift für sie gilt. Wieso erwähnte Er aber die Kinder Isrāʾīls in diesem Zusammenhang, aber nicht mehr die Söhne Ādams? Weil diejenigen, die das verbotene Blut für erlaubt erklären und die Legalisierung des verbotenen Blutes zu einem Glaubensfundament machen, die Kinder Isrāʾīls sind.

Darum sagte Er: „Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Isrāʾīls vorgeschrieben: Wer ein menschliches Wesen tötet…“ – nicht jemanden von euch, sondern irgendeinen Menschen!

„…Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (dass es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte…“ (5:32)

Wie können sie das Blut von Kindern legalisieren? Wie können sie das Blut von Frauen legalisieren? Wie können sie das Blut der Männer legalisieren, die sie aufgenommen haben, als Europa sie vertrieb? Die Muslime in Palästina waren es, die sie aufnahmen, ihnen Unterschlupf gewährten, einen Platz gaben und mit ihnen zusammenlebten.

Schimon Peres floh als Flüchtling und Arbeiter nach Palästina unter der Herrschaft der Palästinenser und dies liegt uns bis heute schriftlich vor. Dann besetzte er mit seinen Leuten das Land und begann, die Menschen zu töten, die ihn geehrt hatten? Allah spricht darüber, dass dies ein Teil der Lehre des großen Verderbens der Kinder Isrāʾīls ist. Was du heute siehst, ist nur eine Erklärung, damit du sagst: „…Dies ist das, was uns Allah und Seine Gesandten versprachen, und Allah und Sein Gesandter sagten die Wahrheit. Und dies ließ sie nur noch mehr īmān und Ergebenheit gewinnen.“ (33:22)

Unsere Botschaft richtet sich zuallererst an die Kinder Isrāʾīls: Haltet euch von dieser umfangreichen Verfälschung fern, die eure Rabbiner und Politiker in euch hineingetrieben haben. Sie behaupten vor euch, dass ihr euren Herrn beherrscht und tun könnt, was ihr wollt. Diese Aussage ist falsch, da Allah sagte:

„(Die Juden und Christen sagen: ‚Wir sind Allahs Söhne und Seine Lieblinge.‘) Sag: Warum bestraft Er euch dann für eure Sünden?…“ (5:18)

Ich gebe euch jetzt einen letzten Hinweis darauf, warum die Irregeführten unter den Christen wütend wurden und eine Kriegsflotte und all diese Armeen und die gewaltige Rüstung allesamt vor einem sehr kleinen Gebiet namens Gaza versammelten. Warum? Warum haben sie das getan? Weil eine der größten Verfälschungen, die von den Kindern Isrāʾīls, den Zionisten, geführt wurden, diejenigen, die jetzt in Palästina sind, war, dass sie behaupteten: „Schaut her!“ Sie behaupten, dass sie gesiegt haben. Sie behaupten, dass sie die Muslime besiegt haben, und zwar in den Jahren 1948, 1967 und sie behaupten, dass sie die Muslime die ganze Zeit besiegt haben. Das ging so weit, dass einige derjenigen, die man dem Islam zuschreibt, gekommen sind, um sich mit ihnen zu normalisieren, indem sie ihre Hände schütteln und die Zusammenarbeit und Normalisierung mit ihnen fordern. Selbst einer dieser irregeleiteten Araber (der emiratische Außenminister) sagte: „Wir haben 43 Jahre verschwendet, weil wir keine Normalisierungen mit den Kindern Isrāʾīls angestrebt haben.“

Was ist passiert? Die Palästinenser haben mit dieser erfolgreichen Bewegung, diese abergläubische Erzählung zunichte gemacht, dass die Kinder Isrāʾīls unbesiegbar sind. Eine Gruppe junger Leute hat sie besiegt und es geschafft, ihre Köpfe vor der Welt zu senken. Deshalb ist dieser Aberglaube gebrochen und zerstört, und sie haben diesen Schrecken erlangt, und bis jetzt sind sie besiegt. Dies zeigt dir, wie irregeleitet sie sind. Sie sind eine Tötungsmaschine und die ganze Welt ist über sie empört. Einige Menschen haben den Islam angenommen wegen dessen, was in Gaza passiert. Habt ihr die Videos gesehen? Einige, die zum Islam konvertiert sind, sagen: „Ich bin erstaunt. Wie finden die Palästinenser ihre Ruhe?“ Dann beginnen sie, den Koran zu lesen. So sehen und begreifen sie diese Ruhe. Und wir haben die Zeichen Allahs in Seinem Buch gesehen. Möge Allah Seinen Gesandten ﷺ und seine Familie segnen!

Dr. ʿAbdir-Raḥmān al-ʿAschmāwī (Saudisch-syrischer Poet und Dozent) sagte:

لا تقولوا: حارس الثَّغْر رَقَدْ
لا تقولوا: ضاعت قدسُنا منّا وحيفانا ويافا وصَفَدْ *** أنَّي لم أزلْ أحلف بالله الأحَد
لن ينال المعتدي ما يبتغي في القدسِ *** ما دام لنا فيها وَلَدْ

„Sagt nicht: ‚Die Wächter der Grenzen sind eingeschlafen.‘
Sagt nicht: ‚Jerusalem, Hebron, Haifa, Jaffa und Safad haben wir verloren.‘
Ich schwöre weiterhin bei Allah, dem Einzigen!
Der Aggressor wird nicht erreichen, was er in Jerusalem sucht,
solange wir darin leben.“

Wir sagen den Kindern Isrāʾīls: Kehrt zu eurem Herrn zurück und bereut. Glaubt nicht diesen korrupten Rabbiner und Politikern, sondern überprüft eure Schrift. Und wir sagen den Muslimen: „Bleibt standhaft in eurer Religion und nehmt niemanden außer Allah als Sachwalter.“

Möge Allah den Palästinensern mit seiner unterstützenden Hilfe beistehen. O Allah, gib ihnen Stärke und sei ihr Unterstützer und Helfer, o Barmherzigster der Barmherzigen. O Allah, erhebe ihre Position, sei ihnen nahe. O Allah, sie sind Waisen, so nimm sie auf. O Allah, sie sind Fremde, so beschütze sie. O Allah, sie sind hungrig, also versorge sie. O Allah, Du hast ihnen geholfen, so vervollständige Deine Hilfe ihnen gegenüber, Du der Ehrenwerteste der Ehrwürdigsten. O Allah, nimm dich der Aggressoren, Kriminellen und ihrer Verbündeten an. Zeige uns in ihnen die Wunder deiner Allmacht, o Mächtigster und Beschützer und Bewacher. Zeig sie uns hilflos und lass sie Not spüren, die Du gegenüber den ungehorsamen Leuten nicht zurückweist. Frieden und Segen seien für unseren Propheten Muḥammad, seine Familie und seinen Gefährten, und Lob sei Allah, dem Herrn der Welten.

[1] Siehe das Video „Sh. Muhammad ad-Dadaw – Wem gehört Palästina?“.

[2] Al-Baihaqī, Šuʿab al-īmān, Band 10, Seite 71 f., Hadithnr. 7183, Edition: Maktabat al-Ruschd.

[3] Sahih al-Buchārī, Kapitel 19, Hadithnr. 1120; Sahih Muslim, Kapitel 6, Hadithnr. 769.

[4] Das Konzept der taqwā bedeutet, gottesachtsam zu sein bzw. sich vor Allahs Strafe in Acht zu nehmen, indem man dazu auch gewisse Handlungen vornimmt. Die verbreitete Übersetzung mit „Gottesfurcht“ ist ungenügend.

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